Grundlagen
Glaubenskurse stellen eine niederschwellige Einstiegshilfe in den christlichen Glauben dar. In einem zeitlich überschaubaren Zeitraum können sich Menschen Kerninhalten des christlichen Glaubens annähern und sie in Beziehung zur eigenen Biografie setzen. Als offenes Bildungsangebot konzipiert, fördern sie die Entstehung heterogener Lerngruppen und bieten kommunikative Räume, in denen Fragen, Zweifel und Erfahrungen zur Sprache gelangen können. Sie orientieren sich sprachlich an Menschen, die im Umgang mit religiösen Themen wenig geübt sind.
In dem Maße, wie die religiöse Sozialisation als Integrationsfaktor an Kraft verliert, desto wichtiger werden Glaubenskurse als temporäre Erlebnisräume des Glaubens, in denen Menschen soz. "auf Probe glauben" können. Glaubenskurse reagieren auf einen zunehmenden Bedarf Erwachsener an Wissen, Orientierung und erlebbarer Spiritualität. Ihre Bedeutung in der kirchlichen Arbeit ist in den letzten Jahren signifikant gestiegen. Sie finden mehrheitlich in Gemeinden, aber auch an anderen kirchlichen Lernorten statt. In der Diakonie wachsen Interesse und Wertschätzung von Glaubenskursen als Teil der Mitarbeiterfortbildung.
Glaubenskurse sind ein spezifischer Teil eines größeren Spektrums religiös-theologischer Bildung. Sie richten sich insbesondere an jene, die überhaupt erst Anschluss an das Glaubensthema suchen oder prüfen wollen, ob der Glaube etwas für sie ist. Der ehemalige Ratsvorsitzende der Ev. Kirche in Deutschland, Bischof Dr. Wolfgang Huber, beschrieb den Bildungsauftrag der Kirche in seinem 1998 erschienenen Buch "Kirche in der Zeitenwende" so, dass er "dem Aufbau persönlicher Überzeugungen in Fragen der religiösen und ethischen Orientierung diene".
Gewiss kann man Glauben nicht lernen wie man sich z.B. Wissen in Anatomie aneignet. Aber Bildung kann den Glauben erschließen helfen. Beim Glauben bildet Wissen das Fundament, zu dem eigene Erfahrungen hinzu kommen müssen. Zeitgemäße Glaubenskurse beziehen beide Ebenen mit ein.





