An welcher Stelle einer "Gemeindebiografie" macht ein Glaubenskurs Sinn?
Glaubenskurse eignen sich u.E. nicht als Erstkontaktprojekt. Menschen, die sich zu einem Kurs anmelden, haben meistens vorher einen persönlichen Kontakt zu Christen geknüpft. Es ist unwahrscheinlich, dass jemand nur aufgrund eines Zeitungsberichts oder einer öffentlichen Werbung kommt.
Eine Gemeinde sollte deshalb Gelegenheiten schaffen, die den Rahmen für zwanglose Kontakte bieten, z.B. Gottesdienste in anderer Form. Hier können erste Vorbehalte entkräftet und Interesse geweckt werden. Einen Überblick über verschiedene Modelle und Konzepte anderer Gottesdienstformen finden Sie unter www.zweitgottesdienste.de (Website in Verantwortung des Amtes für missionarische Dienste in Württemberg).
Das erste Mal
Bevor ein Kurs durchgeführt wird, sollten Sie sich ausreichend Zeit nehmen, ein Modell auszuwählen. Der Kirchenvorstand sollte ein klares Ja dazu finden; die Gemeinde sollte umfassend informiert sein und das Projekt innerlich mittragen. Glaubenskurse sollten nicht vom Pastor oder der Pastorin allein durchgeführt werden, sondern von einem Team.
Besonders wenn in einer Gemeinde das persönliche Gespräch über den Glauben nicht üblich ist, kann es sinnvoll sein, den allerersten Glaubenskurs im geschützten Rahmen der Gemeinde durchzuführen und ihn nicht öffentlich zu bewerben. Auch manch einer, der sich zur Kerngemeinde zählt, möchte erst einmal seine Zweifel aussprechen, bevor er mit Außenstehenden in ein Gespräch über den Glauben einsteigt.
Wer gute Erfahrungen mit einem Glaubenskurs gesammelt hat, dem fällt es später auch leichter, seinem nicht-christlichen Arbeitskollegen die Teilnahme an einem nächsten Kurs zu empfehlen.
Durchhalten!
Seien Sie realistisch in Ihren Erwartungen, was die Zahl der ´Kirchendistanzierten` angeht, die sich zu Ihrem Glaubenskurs anmelden. Bei einem ersten Durchlauf werden sie überwiegend mit „alten Bekannten“ aus der Gemeinde zu tun haben.
Es ist jedoch statistisch erwiesen, dass der Anteil der "Kirchendistanzierten" steigt, je öfter ein Grundkurs des Glaubens in einer Gemeinde angeboten wird. Gemeindeentwicklung ist kein Kurzstreckenlauf. Ein langer Atem zahlt sich aus!





