Eine Gemeinde, die sich zur Durchführung von Glaubenskursen entschließt, um als Gemeinde zu wachsen und Fernstehende zu erreichen, hat die Qual der Wahl zwischen mehr als 30 Modellen, die überregional einen gewissen Bekanntheitsgrad erreicht haben. Nicht alle eignen sich gleichermaßen für Außenstehende. Daher lohnt ein Blick auf die verschiedenen Konzepte. Unterschieden werden können drei Arten von Glaubenskursen:

  1. Kurse, die bereits gläubigen Menschen zu einer tieferen Form von Spiritualität verhelfen wollen. Beispiel: "Gott ist gegenwärtig".
  2. Kurse, die Sprachfähigkeit von Christen über ihren Glauben fördern wollen. Beispiel: "Vom Glauben leise reden".
  3. Kurse, die sich an Suchende und Skeptiker richten; also Außenstehenden (mit wenig oder geringen Vorkenntnissen und/oder mit negativen Erfahrungen und Vorurteilen) Wege zum Glauben und zur Gemeinde aufzeigen wollen. Beispiel für ein gesprächsorientiertes Modell: "EMMAUS - Auf dem Weg des Glaubens"; Beispiel für ein stärker auf Vorträgen basierendes Modell: "Christ werden - Christ bleiben".

Prüfen Sie daher genau, welches Modell für Ihre spezifische Gemeindesituation geeignet ist.

Einige Kriterien für die Auswahl des richtigen Modells

Ist das Modell für die spezifische Zielgruppe, die ich erreichen möchte, geeignet?

Besteht das Umfeld Ihrer Gemeinde eher aus Akademikern oder befindet sich ihre Gemeinde in einem Viertel, in dem eher Handwerker und Arbeiter wohnen? Können Sie der Zielgruppe intellektuell etwas zumuten bzw. wird das auch von Ihnen erwartet oder müssen Sie ein Modell und eine Sprachebene wählen, die versucht, in einfachen Worten theologische Sachverhalte auszudrücken?

Welcher Theologie ist der Kurs verpflichtet?

Eher landeskirchlicher oder freikirchlicher Hintergrund, stärker Information über den Glauben und seine ethische Dimension oder Hinführung zu einer bewussten und persönlichen Christusbeziehung, Zugang über Lebensthemen oder über biblische Aussagen ...?

Welche methodische Herangehensweise wird gewählt?

Wie werden Lernprozesse angeregt? Manche Modelle bieten eher einen intellektuellen Zugang, d.h. mittels Vorträgen wird ein Argumentations- und Erkenntnisweg beschritten. Andere Modelle hingegen verzichten weitgehend auf starke Impulse eines Redners, sondern arbeiten stärker gruppen- und prozessorientiert. Diese Modelle leben von der Beteiligung der Teilnehmenden; suchen das Gespräch und sind weniger geeignet für Menschen, die aus der Distanz heraus zuhören und abwägen wollen. Lernprozesse, die auf Partizipation setzen, sind häufig intensiver, aber durch den Leiter weniger steuerbar und erfordern Moderationskompetenz des Leiters.

Welcher Kurs passt zu mir persönlich?

Nicht zuletzt sollte eine Leiterin oder ein Leiter mit jenem Konzept arbeiten, mit dem er sich persönlich am besten anfreunden kann.

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