Gemeinde & Lebenswelt
Glaubenskurse, die in der Gemeinde stattfinden, berühren sich mit konzeptionellen Fragen der Gemeindeentwicklung. Ob sie über den Bereich der Kerngemeinde hinaus für Menschen interessant werden, hängt oft davon ab, inwieweit eine Gemeinde generell bereit ist, sich auf den sozialen Kontext einzulassen und damit sensibel zu werden für die Lebensumstände, Fragen und Nöte unserer Zeitgenossen (Konvivenz). Je intensiver eine Gemeinde mit der Lebenswelt der Menschen in ihrem Umfeld verbunden ist, desto mehr wird die Teilnahme an einem Glaubenskurs als organischer Bestandteil eines bereits begonnenen gemeinsamen Weges empfunden werden. Hier öffnet sich das weite Feld der Milieuforschung.
Eine Gemeinde, die Neugier am Glauben wecken und Menschen in ihren religiösen Klärungsprozessen begleiten möchte, tut gut daran, ein gastfreundliches Klima zu schaffen, das alle Veranstaltungen durchzieht. Besonders effektiv sind Glaubenskurse in Ergänzung zu sog. Zweitgottesdiensten, die für ihre zwanglose Atmosphäre bekannt sind und Begegnung ermöglichen; in denen Fragen des Glaubens und des Lebens voraussetzungslos und im Kontext der Lebenswelt suchender Menschen thematisiert werden.
Ihr volles Potenzial entfalten Glaubenskurse, wenn sie in einen konzeptionellen Rahmen eingebunden sind. Gemeindeglieder sollten als Ehrenamtliche von Anfang bis Ende verantwortlich beteiligt sein, damit sich verschiedene Gaben und Kompetenzen (Theologie, Pädagogik, Organisationstalent, Seelsorge, Gastronomie, Dekoration, Öffentlichkeitsarbeit) ergänzen können und die Kursgemeinschaft exemplarisch als ´Mikrokosmos` der Gemeinde erkennbar wird. Es kann auch interessant sein, das Kursgeschehen mit dem gottesdienstlichen Leben zu verknüpfen.





