Buch
Eine der Besonderheiten bei NEUANFANGEN ist, dass jede Region ihr eigenes Taschenbuch erstellt. Das ist einerseits relativ aufwändig (auch finanziell), bürgt aber andererseits dafür, dass das Projekt in Bezug auf sein wichtigstes Medium die nötige Bodenhaftung bekommt.
Das Taschenbuch ist die Visitenkarte des jeweiligen Projekts. Es sagt (in Inhalt und Form) viel darüber aus, wie das Gesamtprojekt daherkommt. Der Titel des Buches soll dazu beitragen, dass Menschen Lust bekommen, das Buch zu lesen. Er sollte auch transportieren, dass es bei NEUANFANGEN um Begegnung anstatt um Belehrung geht.
Bei NEUANFANGEN stehen biografische Zugänge im Vordergrund, denn Menschen lesen gern Lebensgeschichten anderer. Persönliche Erlebnisberichte spielen in der Weitergabe des Glaubens heute mehr denn je eine zentrale Rolle. Es ist wichtig, dass die verschiedenen Texte des Buches eine Pluralität und Vielfalt der Glaubens- und Lebensgeschichten abbilden. Dabei kommen verschiedene Frömmigkeitsprofile und Glaubensüberzeugungen zum Tragen. Eine formale und inhaltliche Monokultur sollte vermieden werden.
Eine Auswahl von Kriterien für die Autorensuche:
- Breites Altersspektrum
- Parität von Frauen und Männern
- aus möglichst allen beteiligten Ortschaften
- aus allen beteiligten Denominationen und Frömmigkeitsprägungen
- mit verschiedenen Berufen
- mit verschiedenen Lebensformen (Single, verheiratet, Witwer ...)
- aus verschiedenen Milieus
- mit eher unauffälliger Lebensgeschichte genauso wie Menschen, die sich politisch oder im Verein engagieren und dadurch stärker im Licht der Öffentlichkeit stehen
Das Buch ist gelungen, wenn es zum Weiterdenken und -sprechen einlädt. Deshalb ist es gut, wenn die Beiträge bewusst mit dieser Ausrichtung erbeten, geschrieben und von den Mitgliedern des Buchausschusses gegengelesen werden. ´Glatte` Lebensgeschichten eignen sich weniger als jene, die durch Brüche und Durststrecken, Zweifel oder Schicksalsschläge gekennzeichnet sind und durch die der Glaube entdeckt oder auf eine Probe gestellt wurde. Zur Vollständigkeit des Lebens können auch Berichte im Sinne "Ich bin mit dem Ganzen gar nicht fertig" gehören.
Der Buch-Ausschuss ist herausgefordert, die Beiträge mit den Augen von Menschen zu lesen, die in größerer Distanz zum Glauben stehen als es bei den Autoren selbst der Fall ist. Sie müssen entscheiden: Wirkt der Text auf Außenstehende im wahrsten Sinne des Wortes als glaub-würdig? Zur Erstellung des Buches gehört also auch der Mut, Beiträge zu redigieren oder auch nicht aufzunehmen, wenn sie zu abgeschlossen daherkommen. Die letzte Entscheidung über einen Beitrag sollte in strittigen Fällen der Leitungskreis des jeweiligen Gesamtprojektes haben.
Die Gesamtkonzeption sollte vom jeweiligen Titel entfaltet werden. Eine zeitgemäße und ansprechende Gestaltung des Buches fördert die Akzeptanz auch der Inhalte wesentlich. Hiermit sollten auf jeden Fall Profis beauftragt werden. Die Erfahrung zeigt, dass es sich bei NEUANFANGEN um so ein ungewöhnliches kirchliches Projekt handelt, dass Fotografen und Agenturen häufig bereit sind, zu moderaten Konditionen zu arbeiten. Qualität muss nicht zwangsläufig teuer sein.
Das Buch soll eine Einladung zum Gespräch und zur Begegnung sein. Ausdrücklich erwünscht ist, dass Beiträge des Buches auch in die Gesprächsrunden einbezogen werden. Im Vorwort zum Buch „Stufen im Leben“ aus Schwäbisch Hall (2007) schreibt der Projektleiter Pfr. Sören Schwesig: „(Die Autoren) stehen in der Verschiedenheit ihrer Beiträge für den ganzen Reichtum des christlichen Glaubens. Die Überzeugten kommen zu Wort und die Suchenden, die Zweifler und die Glaubensgewissen. So unterschiedlich die Autoren und Autorinnen im einzelnen berichten, in einem gleichen sie sich. Sie alle haben in ihrem Leben einen Neuanfang erlebt oder erleben ihn gerade: Im Beruf, in einer privaten oder öffentlichen Herausforderung, nach einer Lebenskrise oder anderswo. Und alle beleuchten ihren Neuanfang vom Glauben her in der Überzeugung, dass Gott einen Menschen in den Neuanfängen seines Lebens begleitet.“
Bitte unterschätzen Sie nicht die Langzeitwirkung des Buches! Es steht in vielen Häusern noch Jahre nach der Aktion im Bücherregal.
