EMMAUS

Ideengeber für diesen kommunikativen Kurs ist der biblische Bericht von den nach Orientierung fragenden Jüngern, die auf dem Weg ins Dorf Emmaus einem Unbekannten begegnen, der ihnen die Heilsgeschichte erklärt und sich später als Jesus von Nazareth zu erkennen gibt. Diese Begegnung ist für die zwei Jünger der Anstoß zum Glauben. Der Emmaus-Weg steht symbolisch für den Weg zum Glauben, der sich in der Biografie vieler Menschen über einen längeren Prozess hin entwickelt.

EMMAUS ist mehr ein Konzept für einen beziehungsorientierten Gemeindeaufbau als lediglich ein Grundkurs des Glaubens. Zunächst sensibilisiert es die Gemeinde für bereits bestehende oder bisher noch nicht wahrgenommene Kontakte in ihrem Umfeld. Der Teilnahme am EMMAUS-Basiskurs geht i.d.R. ein persönlicher Kontakt voraus. Das Kursangebot eignet sich für suchende Menschen, die über persönliche Kontakte gezielt angesprochen werden (z.B. Eltern, die ihr Kind taufen lassen möchten) oder die über missionarisch ausgerichtete Veranstaltungen, z.B. Zweitgottesdienste, in Kontakt mit einer Gemeinde kommen.

In einer kleinen Gruppen bilden Christen und Nicht-Christen im Idealfall eine überschaubare Lerngemeinschaft, in der der Glaube gemeinsam entdeckt wird und die intensive Beziehungen ermöglicht. Auf diese Weise wird exemplarisch Gemeinde gelebt. Lehreinheiten werden auf ein notwendiges Minimum reduziert, d.h. der Pfarrer – sofern er in der Rolle des Gesprächsleiters ist – ist mehr Moderator denn Lehrer. Das impliziert eine inhaltliche Offenheit; als Steuerungsinstrument kann der Gesprächsleiter lediglich auf seine Fähigkeit zu moderieren zurückgreifen. Verschiedene Methoden, die die Partizipation der Teilnehmer ermöglicht, kommen genauso zum Einsatz wie liturgische Elemente, die der praktischen Einübung christlichen Lebens dienen. Das Material kann flexibel an verschiedene Gruppensituationen angepasst und auch von Ehrenamtlichen adaptiert werden.

Der Basiskurs orientiert sich zunächst am Credo, beleuchtet dann die Faktoren, durch die christliches Leben wachsen kann (Bibellese, Gebet, Abendmahl, Gemeinde), und wendet sich im dritten Teil bereits ethischen Fragestellungen zu (Umgang mit Geld, Beziehungen usw.). Durch das Feiern von Gottesdiensten als „Wegmarken“ wird immer wieder eine Standortbestimmung ermöglicht, Gemeinde einbezogen und erlebt.

Der EMMAUS-Kurs knüpft an die Tradition des altkirchlichen Taufunterrichts an. Er eignet sich in besonderer Weise dafür Menschen zur Taufe oder Tauferneuerung einzuladen bzw. darauf vorzubereiten; er kann jedoch auch unabhängig davon eingesetzt werden. Der Kurs ermöglicht ein Bekenntnis, fordert es aber nicht.

Weiterführendes Material wird in vier Bänden angeboten für diejenigen, die tiefer in den christlichen Glauben einsteigen möchten.

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